Infos über Psy-Berufe
Psychotherapeutin - Psychologin - Klinische Psychologin - Psychiaterin
Psychotherapie ist ein eigenständiges Heilverfahren. Ziel einer Psychotherapie ist es, seelisches Leid zu heilen oder zu lindern, in Lebenskrisen zu helfen, gestörte Verhaltensweisen und Einstellungen zu ändern und die persönliche Entwicklung und Gesundheit zu fördern. Sie taucht oft tiefer in die Persönlichkeitsstruktur und die Biografie ein, um die Ursachen von Leidenszuständen langfristig zu bearbeiten. Die Ausbildung zur Psychotherapeutin ist im Umfang und Inhalt sehr intensiv.
Psychotherapeut*innen haben ein psychotherapeutisches Propädeutikum (allgemeiner Teil der Ausbildung) und ein Fachspezifikum (eine spezifische Richtung von 23 anerkannten Methoden) absolviert. Mit 1.10.2026 treten die Regelungen betreffend „Akademisierung“ der Ausbildung in Kraft. Psychotherapeut:innen behandeln wie auch Klinische Psycholog:innen psychische Erkrankungen – sie spezialisieren sich dabei jedoch auf eine bestimmte psychotherapeutische Methode (z. B. humanistische Methode, psychoanalytische orientierte Methode, Systemische Therapie, Verhaltenstherapie …). Die Psychotherapieausbildung hat einen besonders hohen Anteil an psychotherapeutischer Selbsterfahrung (= Eigenerfahrung bei einem Psychotherapeuten in der jeweiligen Methode).
Psycholog:innen sind Personen, die ein Studium der Psychologie abgeschlossen haben. Für jene Arbeitsbereiche der Psychologie, welche die Gesundheit betreffen, ist neben dem Psychologiestudium eine Ausbildung in Klinischer Psychologie und/oder Gesundheitspsychologie erforderlich.
Im Gegensatz zu Psycholog:innen dürfen nur Klinische Psycholog:innen Menschen mit psychischen Erkrankungen behandeln, beraten oder psychische Erkrankungen diagnostizieren. Der Fokus liegt hier im Gegensatz zur Psychotherapie meist stärker auf der aktuellen Symptomlinderung, konkreten Verhaltensänderungen und der Bewältigung akuter Probleme im Alltag. Klinische Psycholog:Innen, arbeiten "methodenübergreifend".
Psychiater:innen absolvieren ein Medizinstudium und anschließend eine fünfjährige Facharztausbildung. Auch sie diagnostizieren und behandeln psychische Erkrankungen. Wenn es notwendig ist, dürfen Psychiater:innen darüber hinaus jedoch Medikamente (z.b. Psychopharmaka) verschreiben. Die Verschreibung von Medikamenten ist Ärzten vorbehalten!